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"there's a lot of room up there" John Horton Conway

 

 

life von john horton conway

life ist der name der wohl populärsten form eines mathematischen zellautomaten. im jahre 1970 von John Horton Conway erdacht, begeisterte die idee seither schon viele mathematiker und informatiker. 1990 programmierte ich den algorithmus zusammen mit einem freund in meinen atari ST computer und ließ mich von der vielfältigkeit der entwicklungen der urkulturen nächtelang fesseln.
dabei ist die mathematische grundlage verblüffend einfach: auf einer quadratisch unterteilten fläche gibt man eine beliebige formation von gleichartigen zellen vor, jede von ihnen besetzt jeweils ein quadrat. dann wendet man auf diese zellen zwei simple regeln für neugeburt, überleben und absterben an:

  1. hat eine zelle weniger als zwei benachbarte lebende zellen, so stirbt sie in der nächsten generation ab; hat sie mehr als deren drei, so stirbt sie an überpopulation.
  2. an einer stelle mit genau drei lebenden nachbarn entsteht in der nächsten generation eine lebendige zelle.

 

game of life - die installation

in meiner arbeit erscheint life im kontext einer umfassenderen idee. game of life ist nämlich kein kunstwerk im sinne eines abgeschlossenen werkes, das sich auf ein bestimmtes medium bezieht. vielmehr ist es die mise-en-scene einer psychologie der wahrnehmung. im rahmen eines interaktiven events wirkt die konstruktion einer fremdartigen umgebung mit hilfe unterschiedlicher medialer komponenten auf den betrachter ein und versucht, ihm nicht nur seine ganze aufmerksamkeit, sondern auch seinen aktiven einsatz abzugewinnen, indem sie die elementare eigenschaft von 'life' in jeder denkbaren weise thematisiert. die installation umfaßt folgende bestandteile:

  • vier schwarze säulen, die jeweils ein fernsehgerät tragen, der das mit je einem atari ST computer verbunden ist. auf dem computer ist eine version von life installiert, die ich speziell für den event schrieb. durch ein fenster in der säule greift der betrachter auf die maus des computers und kann so eine laufende zellentwicklung verändern oder eine neue urzelle eingeben. vier weitere einheiten aus fernsehgerät und computer, die nicht auf säulen installiert sind.
  • eine einheit, deren zellkultur von einem videoprojektor auf eine wand projiziert wird.
  • zehn gerahmte photoabzüge und texte zum thema.
  • ein bildendes kunstwerk, 30x50 cm, mischtechnik, öl, tempera und quarzsand auf holz.
  • acht im saal aufgestellte boxen verteilen elektronische klänge ungleichmäßig im raum.
  • drei diaprojektoren projezieren anamorphe life-szenen und artifizielle rgb-zustände.

um game of life für die bewerbung an der kunsthochschule für medien köln zu dokumentieren, habe ich gesammeltes bildmaterial zusammen mit textanimationen in einem video verarbeitet. die interpretation liegt in schriftlicher fassung nochmals bei. nach der dokumentation befinden sich drei vollständige zellkulturentwicklungen. sie wurde mit eigenen stücken vertont, außer

  • "signals and trumpet" aus brian eno / jah wobble: spinner
  • "lichterfelde" aus sun electric: kitchen
  • "pressure drop'' aus the source experience: different journeys.

dankesworte

ich möchte nicht versäumen, allen zu danken, die mich bei der organisation und realisation des events und bei der nachbearbeitung unterstützt haben, allen voran alexander fekete, der mir von der Idee bis zur dokumentation stets zur seite stand und für die dias verantwortlich ist, die bei unseren sessions im vorfeld, beim event und tags darauf entstanden sind.

vielen herzlichen dank auch an den bechtolsheimer hof für den saal, das cafè cairo für die bilderrahmen, creativ television für die mac-power beim plakat, radio wels für die freundliche leihgabe zweier fernsehgeräte, radio gong und main post für veranstaltungshinweise, fh wuerzburg, schreinerei schäfer und glas keil für das rohmaterial für die säulen, an clemens tangerding und pater damian für den KSJ-bus an steffi für public relations, an benedikt distler, stefan rehm und alexander fekete für die manpower beim säulen bauen, an nicolas krosta für den videoprojektor, an georg seissiger für beschallungshilfe in größter not und an smaranda gosa für den subjektiven eindruck auf videotape.

 


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